Baltikum 2026
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Mit der Fähre geht es von Kiel nach Klaipèda in Litauen. Wir haben eine sehr ruhige Überfahrt bei prächtigem Wetter.
Mit den Ebikes entdecken wir die Kurische Nehrung. Ein wunderschöner Veloweg führt durch zartgrüne Birken- und Kiefernwälder. Wir spazieren auf den Hexenberg und bestaunen die kunstvollen und originellen Holzschnitzskulpturen. Weiter geht's noch zur grossen Düne, wo wir einen tollen Ausblick geniessen.
Immer wieder kann ich Vögel beobachten, die man zu Hause nur selten sieht.
Zurück beim Womo haben wir 80 Kilometer mit den Bikes zurückgelegt. Was für ein Einstieg!
Nun sind wir auf der anderen Seite des Haff's im Nemuno Delta. Ein Traum für jeden Vogelliebhaber ....also für mich😆Stundenlang bin ich auf Vogelpirsch. Mit den Bikes geht's dann noch bis zur südlichsten Spitze, wo sich eine hochmoderne Vogelberingungsstation mit schönem Museum befindet. Schön gemacht, super unterhalten und die Beschriftungen sogar auf Deutsch und Englisch. Wir haben strahlenden Sonnenschein aber heftigen, frischen Wind. Schön, wenn man sich im Womo wieder aufwärmen kann.
- Skulpturenpark zur baltischen Mythologie mit einem Layrinth.
- Japanischer Garten, wunderschön angelegt mit grosser Bonsai Sammlung.
- Abends sind wir noch schnell mit dem Kanu raus um auf der Insel einen Geocache zu holen.
Wir sind im Žemaitjios Nationalpark unterwegs. Mit den Bikes fahren wir um den See, sehen viele Störche und Kraniche und geniessen die Ruhe und Einsamkeit.
Wir besichtigen ehemalige Raketenabschusssilos aus dem Kalten Krieg. Traurige Geschichte und die Menschheit lernt nichts daraus.
Weiter geht's über Land, kilometerweise durch Feld und Wald manchmal auch nur über Schotterstrassen. Meist sind wir alleine auf der Strasse.
Kuldīga ist ein schönes lettisches Städtchen mit alten Holzhäusern und einer zweimetrigen Stufe im Fluss, was hier als Wasserfall bezeichnet wird. Vom schiefen Aussichtsturm hat man einen beeindruckenden Rundblick.
Mit den Velo's fahren wir zu einer Sandsteinhöhle. Hier wurde früher von Hand Quarzsand abgebaut für die Glasherstellung.
Nun sind wir am Baltischen Meer. Der Stellplatz liegt direkt hinter der Düne. Am Strand sieht man weit und breit keine Menschenseele. Das Meer lädt aber noch nicht zum Baden ein. Wunderschöner Morgenspaziergang am einsamen Strand.
In Ventspils fahren wir zum Hafen und von dort mit den Velos der Hafenmole entlang ins Zentrum. Die Stadt ist sauber herausgeputzt und trotz Wochenende ist es fast menschenleer. Wir bestaunen die lustigen Kühe, die alten Schiffe und Hafenanlagen. Wir trinken gemütlich Kaffee und geniessen die Ruhe.
Auf dem Weg in Richtung Kap Kolka bestaunen wir von weitem ein Radioteleskop aus Sowjetzeit und die dazugehörenden Plattenbauten, welche jetzt ein Lost Place sind. Einen Stellplatz finden wir mitten im Wald, leider sind die Heidelbeeren noch nicht reif.
Wir besuchen das Kap Kolka und fahren danach zu einem Stellplatz mit Zugang zum Meer und Vogelbeobachtungsturm.
Beim Engures See machen wir einen wunderschönen Spaziergang dem Orchideenlehrpfad entlang, leider haben sie noch nicht geblüht.
Dafür haben wir zwei Pirole gesehen und viel Libellen beobachtet. Danach ging's zum Vogelbeobachtungsturm, wo wir junge Schwäne und Gänse, Kibitze, Rauchschwalben beim Nestbau, Kühe mit Kälbern, Pferde und viele Möwen beobachten konnten.
Weiter geht's der Küste entlang in Richtung Osten. Hier gibt es viele Moorgebiete, welche man über hölzerne Stege entdecken kann. Wegen dem sauren Boden gedeiht nur wenig, spezialisierte Vegetation. Es hat dutzende von Baumpiepern, Feldlerchen, Bachstelzen und Braunkehlchen.
Dank den Aussichtstürmen hat man die Möglichkeit das Moor und die Seen von oben zu betrachten. Alles ist super unterhalten.
Unser Stellplatz in Riga ist in einem Hinterhof in der Neustadt. Mit den Bikes sind wir schnell in der schön, restaurierten Altstadt. Wir besuchen die Markthallen und probieren lettische Spezialitäten, schauen runter auf die Stadt vom Gebäude der technischen Akademie und fahren zum Fuss des 368 Meter hohen Fernsehturms.
Nach so viel Grossstadt mussten wir dringend wieder raus in die Natur und haben hier vor Cesu einen schönen Stellplatz am Fluss Gauja gefunden.
Mit den Bikes über Waschbrettpisten geht's holprig bis zu den roten Sandsteinfelsen über der Gauja. Wir beobachten eine Uferschwalbenkolonie mit ihren Nisthöhlen im weichen Sandstein und wandern kreuz und quer durch den dichten Wald. Alles ist von Heidelbeerstauden bedeckten, leider sind sie noch nicht reif! Danach gibt's ein Eis als Belohnung im hübschen Städtchen Cesis.
Heute sind wir in Estland angekommen. Wir sind an der Küste und ich konnte heute wieder viele Vögel beobachten, 33 verschiedene Arten konnte ich bestimmen. Jeden Tag entdecke ich neue Arten, die ich in der Schweiz noch nie gesehen habe!
Anderntags haben wir Regen. Wir gehen trotzdem auf eine Moorwanderung. Da die Vögel bei diesem Wetter ruhiger sind können wir unsere Aufmerksamkeit auf das Kleine richten und entdecken ganz viel fleischfressenden Sonnentau.
Wir sind im Soomaa Nationalpark.
Neben dem Infocenter zum Nationalpark mit einer tollen Ausstellung machen wir noch den Biebertrail. Wir finden Spuren vom grossen Nager, er lässt sich aber nicht blicken. An einem Baumstamm kann man den Wasserstand der letzten Hochwasser ablesen. Da haben wir aber Glück, dass wir heute trockenen Fusses durchkommen. Danach fahren wir noch 5 Kilometer Naturstrasse zu unserem Stellplatz mitten in der Natur. Nun sieht unser FMX wie ein echtes Baustellenfahrzeug aus.
Wir machen einen Morgenspaziergang in wunderschöner Natur. Wir müssen ständig aufpassen wo wir hintreten da es so viele kleine Frösche, Kröten und Schnecken hat. Am Nachmittag geht's aufs Wasser. Wir paddeln auf einem ruhigen Fluss durchs Moor. Wir haben prächtiges Wetter und sehr angenehme Temperaturen und geniessen die Ruhe und Einsamkeit. Am nächsten Tag erkunden wir den Soomaa Nationalpark noch zu Fuss. Über lange Holzstege führt der Weg übers riesige Hochmoor. Aubi kann einige Geocache suchen, während ich nach Vögeln Ausschau halte. Wir sehen wieder ganz viel fleischfressenden Sonnentau.
Heute sind wir ein grosses Stück in Richtung Osten gefahren. Der Weg führte durch endlose Weiten mit Kornfeldern bis zum Horizont, Wäldern, Sumpf, hie und da ein Bauernhaus mit schön gepflegtem Umschwung . Nun stehen wir am grossen Peipus See, in der Mitte des Sees beginnt Russland.
Am nächsten Morgen machen wir eine kurze Besichtigungstour durch Kallaste und danach besuchen wir die Stadt Tartu. Pastellfarbene Häuser auf dem Rathausplatz, Streetart, das schiefe Haus von Tartu oder das Haus welches auf dem Kopf steht.
Gegen Abend fahren wir noch bis zum höchsten Berg von Estland, 318 M.ü.M. Wir haben Glück, denn das Wetter hat aufgeklart und wir haben einen super Rundblick vom Aussichtsturm.
Heute geht es 200 Kilometer in Richtung Süden. Stundenlang fahren wir auf schnurgeraden Strassen durch Wälder und Felder. Wir passieren eine 15 Kilometer lange Baustelle, zwei kleine Städte und ein paar Bauernhöfe.
Beeindruckend ist immer wieder, wie schön gepflegt die Gärten und Häuser sind. Die Grundstücke sind riesig und der Rasen ist immer kurz gemäht. Natürlich auch entlang der Strasse ist immer alles tip top gemäht und man sieht niergens Müll rumliegen.
Nun sind wir in Aglona, wo die grosse Basilika Maria Himmelfahrt in weisser Pracht erstrahlt. Eindrücklich so eine grosse Kirche in dieser dünn besiedelten Gegend. Wir haben einen wunderschönen Stellplatz am See gefunden.
Nach einer weiteren Fahrt durch endlose Wälder und Felder sind wir im Seengebiet des Aukstaitjios Nationalpark in Litauen angekommen. Wieder ein wunderschöner Stellplatz, schön zurechtgemacht und unterhalten, Mitten in der Natur, wo das Übernachten im Nationalpark offiziell erlaubt ist. Hier ist genug Platz für die Natur und Erholunssuchende.
Trotz dem kühlen und trüben Wetter machen wir eine Paddeltour auf dem See. Wir geniessen die Ruhe und sind ganz alleine. Nach 15 Kilometern paddeln sind wir zurück beim Womo, unsre Arme sind müde aber wir sind glücklich!
Kurz vor Vilnius besuchen wir den geographischen Mittelpunkt Europas.
Schon bei der Anfahrt auf Vilnius beeindruckt uns die moderne Neustadt mit den imposanten, modernen Gebäuden. Wir kommen sehr gut durch den Verkehr und können direkt beim Burghügel parken.
Zu Fuss geht's dann in die schöne Altstadt. Vorbei an der leuchtend weissen St. Stanislaus Kathedrale und rein in die farbigen Gassen der Altstadt. Wir machen einen Abstecher ins Bohème Viertel Uzupius, welches sich als unabhängige Künstler Repuplik bezeichnet. Zum Schluss steigen wir noch zur Burg hoch und betrachten die Stadt von oben.
Es hat uns hier sehr gefallen, mit den schönen Gebäuden, Parks und vielen Kirchen. Es war nicht überfüllt und doch quierlig lebendig.
Kernavé ist der Ort wo Littauens Ursprung liegt. Hier fand man Zeugnisse aus vorchristlicher Zeit bis ins 13te und 14te Jahrhundert. Kernavé war die erste Hauptstadt Littauens. Im Mittelalter gab es mehrere Burgen auf den Hügeln. Es gibt ein sehr informatives Museum mit englischer Übersetzung.
Wir besichtigen die Wasserburg von Trakai. Die Burg wurde im 14. Jh. erbaut und war nach Kernavé die Hauptstadt des Grossfürstentums Littauen bis Fürst Gedeminas seine Residenz nach Vilnius verlegte. Russische Truppen zerstörten die Burg 1655. Seit den 1950er Jahren wurde die Burg aufwändig rekonstruiert und thront nun rot leuchtend auf der kleinen Insel im See. Im Innern der Burg werden Schätze von Trakai ausgestellt aus aller Welt, wie feinstes Porzellan, Glas, Elfenbeinschnitzereien, Pfeifen, Stempel, Pokale und Münzen. Schön gemacht, wenn auch sehr touristisch.
Ein letzte Mal in Littauen besuchen wir ein Naturreservat mit toller Infrastruktur zur Vogelbeobachtung. Es ziehen ständig Regenschauer vorbei aber nach 10 Minuten ist der Regen jeweils wieder durch.
Leider ist unsere Zeit im Baltikum schon wieder vorbei. Die 3 Länder haben uns sehr gut gefallen. Mich hat die Natur, die Vielfalt von Pflanzen und Tieren, natürlich v.a. der Vögel begeistert.
Wir haben die Einsankeit, die Weite, die Ruhe genossen. Die schön gepflegten Häuser und Grundstücke bewundert und sind hoch erfreut über die Sauberkeit und Ordnung der 3 Länder. Wir werden bestimmt nochmals wiederkommen.
Nun müssen wir uns schon wieder auf den Heimweg machen. Wir erkunden noch die wunderschön restaurierte Stadt Warschau.
Wir übernachten im kleinen, verschlafenen Ort Blankensee und machen einen Morgenspaziergang vom Beck zum See durch den Schlosspark und noch bei der Fischräucherei vorbei. Auch eine schöne Gegend, wenn auch der Park und die Gärten viel weniger gepflegt sind als im Baltikum.
Wir sind tags darauf ein gutes Stück in Richtung Süden gefahren. Wir stehen am Fuss eines Windrades des Ostwind Rotmainwindparkes bei Lindehardt.
Nachdem wir heute Temperaturen von über 30° hatten, liessen wir unsere Klimaanlage laufen und nutzten erstmals unsere Aussenküche. Wir stehen ganz alleine im Wald und lauschen dem Abendkonzert der Vögel.