Sizilien 2025 November
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Unser erster Stellplatz ist in Motta Visconti, hier verbringen wir eine wunderbar ruhige Nacht. Am Morgen mache ich einen gemütlichen Spaziergang durch den Auenwald mit tollen Vogelbeobachtungen. Am Nachmittag suchen wir ein paar Geocache und sind nochmals drei Stunden im Parco Fiume Ticino unterwegs.
In Palermo fallen uns die vielen baufälligen Gebäude auf. Die Stadt ist für uns laut, schmutzig und der Verkehr ein einziges Chaos. Aubi findet den Verkehr unterhaltsam, mal was anderes! Die grünen Oasen von Palermo sind die Pärke mit ihren exotischen Pflanzen. Diese gefallen uns sehr .
Schon um 8.00 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Rocca di Cefalu, von wo wir einen prächtigen Tiefblick haben. Danach besichtigen wir die engen Gassen von Cefalu und den beeindruckenden Dom.
Wir fahren der kurvenreichen Küstenstrasse entlang nach Osten bis wir dann über die Stairway to Heaven ins Landesinnere schwenken. Die Strasse ist gut nur in den Dörfern wird es eng und wir müssen aufpassen, dass wir an keinem Balkon hängen bleiben. Wie üblich meistert Aubi diese Aufgabe mit Bravour.
Unser heutiger Stellplatz liegt auf 1100 M.ü.M in der Natur, nur ein paar Kühe und Schafe grasen hier.
Wir übernachten in der Nähe von Randazzo bei der Winzerin Rosa am nördlichen Fusse des Ätna und am Morgen könne wir auch einen ersten Blick auf den Vulkan werfen. Die Zufahrt ist ein bisschen eng aber machbar. Am nächsten Morgen besuchen wir die Alcantara Schlucht. Wegen dem Gewitter in der Nacht ist der Fluss ganz braun. Wir wagen uns trotzdem hinein! Die vom Wasser geschliffenen Basaltsäulen sind sehr eindrücklich!
Endlich am Meer!
Mit den Ebikes überwinden wir in vielen engen Kurven die 500 Höhenmeter bis nach Castelmola. Hier werden wir mit einer phantastischen Aussicht belohnt. Die Attraktion in Castelmola ist die Bar Turrisi, welche auf 4 Etagen hunderte von Phalluskunstwerke ausstellt.
Taormina ist ein schönes Städtchen, leider sehr touristisch. Wir fühlen uns nicht wohl, haben aber trotzdem ein paar schöne Plätze entdeckt.
Als wir heute vom Strand losfahren präsentiert sich der Ätna in strahlendem Sonnenschein, sodass wir uns spontan entscheiden hochzufahren. Von Piano Provenzana 1800 M.ü.M geht's mit dem 4x4 Sprinter bis auf 2900 M.ü.M. Hier sind wir nur noch 500 Höhenmeter vom Gipfelkrater entfernt. Der Ausblick und die Mondlandschaft sind sehr beeindruckend. Wir verbringen eine absolut ruhige Nacht am Ätna. Mit den Ebikes fahren wir am Morgen bis zum Rifugio Citelli. Von dort geht es zu Fuss bis zur Lava Grotte di Serracozzo. Absolut faszinierend mal im Inneren eines Lavastroms zu sein! Danach wandern wir weiter bis wir einen Blick ins Valle de Bove werfen können. Hier ist die Lava in den letzten Jahren immer entlanggeflossen. Eine beeindruckende Mondlandschaft, absolutes Kontrastprogramm zu dem wunderschönen, endemischen Birkenwald durch den wir gekommen sind. Durch lockeres Lavagranulat geht es zügig wieder runter zum Refugio.
Wie in einer anderen Welt sind wir zurück in der Zivilisation. Wir stehen auf dem Stellplatz in Catania direkt am Meer.
Vom Stellplatz können wir über einen super Veloweg direkt ins Zentrum fahren. Dort geht's über den Fischmarkt und schon stehen wir vor dem Elefantenbrunnen und dem Dom. Man kommt sich vor wie in einem italienischen Film. Das Teatro Romano versteckt sich hinter einer Hausfassade, wurde zeitweise als Steinbruch genutzt und überbaut, dann wieder frei gelegt. In Catania findet noch echtes Leben statt, es ist nicht nur eine Kulisse für die Touristen.
In Priolo Gargallo wollten wir in einer stillgelegten Saline Vögel beobachten. Diese wurde im 2018 in ein Naturschutzgebiet umfunktioniert mit Stegen und Hide um die Vögel zu beobachten. Leider ist vieles schon total verlottert und zugewachsen. Wir sehen ein paar Stelzenläufer und hören den Seidensänger aber sonst ist nicht viel los. Schade, dass nichts mehr unterhalten wird.
Wir stehen an einer Strasse direkt vor einem Gaskraftwerk. So kann ein Stellplatz auch ausschauen! Am Abend sehen wir den Vollmond aufgehen und am Morgen einen wunderschönen Sonnenaufgang. Wir haben hier eine ruhige Nacht verbracht.
Parco Archeologico della Neàpoli, antiker Steinbruch und römisches Amphitheater. Schön anzuschauen mit dem üppigen Grün rundherum. Danach geht's in die Altstadt von Syracus, enge Gassen mit zum Teil baufälligen Pallazzi, hie und da schön restauriert. Hier finden wir endlich mal ein Souvenirshop ohne Chinaware, denn diese gibt es sonst fast in jeder Stadt an jeder Ecke jeweils mit gleichem Sortiment.
Wir fahren zum Riserva naturale Pantalica im Valle Dell'Anapo. Es ist ein Naturschutzgebiet mit eindrücklicher Schlucht im Kalkgestein mit vielen künstlich angelegten Höhlen aus prähistorischer Zeit. Am Eingang des Parks muss man sich registrieren und dann bringt der Shuttlebus uns etwas tiefer in die Schlucht. Danach wandern wir über gute Wege, an vielen Höhlen vorbei, bis runter zum Fluss. Die Ausblicke sind atemberaubend. Trotz Gewitter ist die Landschaft wunderschön. Am nächsten Tag machen wir eine gemütliche Ebikes Tour. Der Veloweg führt auf dem alten Bahntrasse durch's Valle Dell'Anapo.
Wir besichtigen die eindrückliche Schlucht Cava Grande del Cassibile. Da wir heute schon 40 Kilometer Velo gefahren sind, begnügen wir uns mit dem Ausblick von oben und steigen nicht mehr in die Schlucht runter!
Am Morgen besuchen wir Noto Antico, es stand bis zum Erdbeben im Jahr 1693. Diese Stadt wurde damals komplett zerstört und danach aufgegeben. Heute kann man nur noch ein paar Mauerreste sehen. Die Lage ist schön aber ein Besuch lohnt sich kaum. Die neue Stadt Noto wurde im 18ten Jahrhundert 10 Kilimeter entfernt im Barockstil wieder aufgebaut.
Schöne Kirchen und Palazzi aus hellem Kalkstein mit verschnörckelten Stuckaturen. Wir können vom Turm der Chiesa di San Carlo al Corso die ganze Stadt überbllicken. Es hat angenehm wenig Touristen, die Stadt erinnert uns sehr an Solothurn.
Und wieder ein wunderschöner Stellplatz direkt am Meer!
Wir sind ganz alleine im Vendicari Natiobalpark unterwegs auf Vogelpirsch. Vor uns wuseln immer wieder grosse und kleine Eidechsen über den Weg. Wir sehen viele Flamingos und Enten. Mein Highlight ist die Samtkopf Grasmücke mit ihrer schlanken Statur, dem samtig schwarzen Kopf und den rot umrandeten Augen. Für Aubi hat der Park auch noch etwas zu bieten. Wir besichtigen die Katakomben der Necropoli Byzantina. Ein bisschen gruslig aber eindrücklich.
Wir sind nun am südlichsten Punkt von Italien. Hier treffen das Mittelmeer und das Ionische Meer aufeinander. Es herrscht ein stürmischer Wind was vor allem die Kite Surfer freut.
Heute kämpfen wir uns durchs Gestrüp des Valle d'Ispica was eigentlich ein Wanderweg sein sollte, von einem Hochwasser zum Teil weggespült und nicht mehr gepflegt wurde. Hier gibt es wieder viele künstlich angelegte Höhlen und Katakomben. Wir besichtigen ein kleines aber sehr hübsches Museum der Wassermühle Cavalle d'Ispica. Seit 4 Generationen wird dort Mehl gemahlen, heute nur noch für die Touristen aber immer noch mit viel Herzblut!
Das archäologische Museum di Cave d'Ispica lohnt sich hingegen kaum, da man zu den meisten Höhlen keinen Zugang mehr hat. Was baufällig ist, und das ist vieles hier, wird gesperrt und nicht mehr unterhalten....schade!
Módica eine authentische Stadt im Italian Style. War mal eine schöne Barockstadt, wenn man gut hinschaut findet man noch letzte Überreste davon in Stukaturen und Balkonen. Vieles ist verlottert, muss abgestützt werden oder steht zum Verkauf, die Stadt verkörpert einen morbider Charme. Módica ist bekannt für seine Schokoladenherstellung, diese kann völlig überteuert an jeder Ecke gekauft werden. Das Schockolademuseum stammt aus den 80er Jahren und seither wurde kaum etwas gemacht. Wir sind immer wieder erstaunt, wie viele Mitarbeiter in den Museen sind und wie wenig gearbeitet wird.
Schon um 9.00 Uhr spazieren wir durch das noch schlafende, menschenleere Ragusa. Es ist ruhig, sauber und aufgeräumt. Im Park, der schon weihnachtlich geschmückt ist geniessen wir einen Cappucino und ein Cornetto. Was für ein gemütlicher Start in den Tag!
In Giarratana besichtigen wir den Parco Forestale Calaforno mit dem Hypogeum und der Wassermühle, welche eigentlich nicht öffentlich zugänglich wäre, doch ein alter Herr kommt mit dem Schlüssel vorbei und zeigt uns die wunderschön restaurierte Mühle. Ins Hypogeum kriechen wir ein paar Meter rein, leider steht vieles unter Wasser, trotzdem sehr eindrücklich. Auf dem Rückweg zum Wohnmobil fahren wir mit den Ebikes noch durch Giarratana. Ein kleines Städtchen auf dem Berg mit engen Gassen, schöner Streetart an den Hauswänden und einer schönen Kirche. Alles ist sauber und aufgeräumt, richtig schön anzuschauen.
Wir besichtigen die römischen Mosaike der Villa Romana del Casale. Sehr eindrücklich!
Nun geht es zurück in Richtung Palermo. Quer durch das trockene Inland. Hier hat es vor ein paar Tagen heftig geregnet und viel Schlamm wurde auf die Strassen gespült. Eindrücklich ist, dass die Strasse fast die ganze Strecke über auf Stelzen gebaut ist. Oft ist die Autobahn nur einspurig befahrbar, da die Brücken in schlechtem Zustand sind. Zum Glück hält alles und wir kommen gut durch bis nach Palermo, wo es heute Nacht auf die Fähre geht zurück nach Genua.